„Dear Stephan! Congratulations!“ Direkt aus dem Urlaubsparadies Malediven kamen Glückwünsche per Post nach Hamburg. Das Besondere daran: Der Brief ist eine Antwort auf eine Flaschenpost.
„Cause this is the person, who got your seamail letter.“ „Mitten im Indischen Ozean“ hatte Stephan Gollasch die Nachricht ausgesetzt. An Bord des Containerschiffs „DSR Amerika“ war der Meeresbiologe auf der Reise von Singapur nach Bremerhaven, um Organismen zu untersuchen, die im Ballastwasser von Südostasien nach Deutschland verschleppt werden.
Am 9. Mai 1995 warf er seine Nachricht ins Meer, gut drei Wochen später wurde sie auf der kleinen Malediven-Insel Dhidhoo von Mohammed Rasheed gefunden. Der Empfänger vermerkt penibel, dass er sie morgens um 6.45 Uhr entdeckt hat, und legt ein Foto von sich bei – stolz hält er darauf die Flasche im Arm. Weiter zeichnet er auf, wo Dhidhoo genau liegt. Eine gute Hilfe bei einem Staat, der aus 1 087 Inseln besteht, verteilt über eine Länge von mehr als 800 Kilometern. Rasheeds Wunsch: Er hätte gern ein Foto vom Absender. Das hat er längst bekommen und seit kurzem ist die Nachricht aus den Tropen in der Ausstellung zu bestaunen.