„Einen großen Liebesdienst würden Sie uns erweisen...“ 120 Jahre Briefmarken sammeln für Bethel Jürgen Bräunlein
Wer die „Briefmarkenstelle Bethel“ besuchen möchte, fährt mit der Stadtbahn ab Hauptbahnhof Bielefeld fünf Stationen, steigt „Bethel“ aus und muss sich dann entscheiden, ob er nach rechts dem Ortsschild „Dr. Oetkers Welt“ folgt oder nach links hinein ins Zentrum läuft. Auch wenn der Puddinghersteller die schönsten Erinnerungen an die Kindheit weckt, ist links richtig. Bethel oder genauer gesagt die „von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel“ – gelegen im Bielefelder Stadtbezirk Gadderbaum – sind eine Welt für sich, mit eigenen Wohnungen und Wohnheimen, Werkstätten, Schulen, einer Kirche, Handwerksbetrieben und Krankenhäusern. 1867 auf Initiative der Inneren Mission als „Evangelische Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische“ gegründet, entwickelte sich aus dem anfangs bescheidenem Gebäudekomplex Europas größte diakonische Einrichtung. Heute wohnen und arbeiten hier 10 000 Menschen, die krank, behindert oder sozial benachteiligt sind – umgeben von der alltäglichen Betriebsamkeit einer typischen deutschen Kleinstadt. (...)