TONNENWEISE GEWICHTE, VIELE WAAGEN UND RASIERMESSER Heinrich Munk
Quentchen, Loth, Unze, Drachme, Scruple, Pfund, Neupfund, Zollpfund, Postpfund und Zentner: alle diese alten Begriffe für verschiedene Gewichtsstufen sind Doris Neubert in Braunschweig recht geläufig, denn in ihren Schränken stehen nicht weniger als 4 500 Gewichte. Selbstverständlich beanspruchen die größeren und schwereren Gewichte einen besonderen Raum. Da gibt es Gewichte aus Eisen, Naturstein, Messing und Porzellan, sogar kleine Kanonenkugeln aus dem 16. Jahrhundert sind einst zu Gewichtsstücken umfunktioniert worden. Das Interesse der Sammlerin erwecken die zahlreichen Eichzeichen auf den Gewichtsstücken. Oft finden sich gleich mehrere Zeichen auf einem Objekt. Die Sportlehrerin Neubert sammelt seit 1984 Gewichte und Waagen. Bis jetzt hat sie rund 1 300 Waagen zusammengetragen, davon sind etwa 250 Briefwaagen. Die ganze Entwicklung der Briefwaagentechnik kann man in ihrem Wohnzimmer mit einem Blick erfassen und bestaunen. Da stehen Briefwaagen aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich. Jede Waage ist unterschiedlich gestaltet. Mit der Vereinfachung des Briefportos wuchs auch die Zahl der Briefwaagen. Bei den englischen Briefwaagen kann man auf den Skalen nicht nur das Gewicht einer Sendung, sondern auch gleich das Porto ablesen.