Bücher wird man in geringerer oder größerer Anzahl wohl in jedem Haushalt finden, und sei es nur, dass sie sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, durch Erbschaften oder Geschenke, Ausbildung und Beruf, Reisen oder Unterhaltungsbedürfnisse. Das Sammeln von Büchern kann sich zunächst unbeabsichtigt einschleichen, so wird sich der Hobbykoch Kochbücher zulegen oder der Gartenfreund Gartenliteratur anschaffen. Dem Wissenschaftler sind wichtige Bücher seines Gebietes unentbehrlich, und so entstehen mitunter ansehnliche Fachbibliotheken. Auch Sammler, man denke an Numismatiker oder Mineralogen, werden ohne Literatur zu ihrem Sammelgebiet nicht auskommen. Den Beginn des Büchersammelns würde ich da ansetzen, wo es sich von der fachlichen Notwendigkeit löst und der Ehrgeiz einsetzt, in dem gewählten Fachgebiet so viel wie möglich zusammenzubekommen. Was alles gesammelt werden kann, ist nahezu unbegrenzt, nur alles sammeln kann man nicht. Oft bilden sich die Spezifika einer individuellen Sammlung erst allmählich heraus und verdrängen andere Gebiete. Etliche Sammler sind aber auf mehreren Ebenen zugleich aktiv und verfolgen alle entsprechenden Angebote, heute immer mehr im Internet. Häufig gesammelte Buchgruppen sind zum Beispiel Kinderbücher, Märchenbücher, Fantasy, Science Fiction, Abenteuerromane (Karl May), Erotica, Humor und Satire in Wort und Bild, Fotobücher und Liederbücher insgesamt oder auch nur einzelner Länder oder Zeiträume.
Viele Sammler beschäftigen sich mit der Geschichte ihrer engeren oder weiteren Heimat und suchen dazu Chroniken oder Darstellungen von Städten oder ganzen Landschaften und Regionen, Reisebeschreibungen, Landkarten, Pläne oder Kupferstiche. Ein weiteres Gebiet ist die eigentliche so genannte schöne Literatur (Belletristik). Hier kann man von den alten Literaturen des Orients bis zur unmittelbaren Gegenwart eine Epoche oder Nation sammeln oder sich auf eine literarische Strömung oder gar einen einzelnen Autor beschränken. Neben diese Sammlungen, die primär vom Inhalt der Bücher bestimmt werden, tritt eine andere Herangehensweise: die besondere Beachtung des Papiers, des Drucks.