
„ICH SUCHE NICHT,
ES SPRINGT MICH AN“
Cornelia Göksu
Mit Humor und Chuzpe kreirt Multitalent Margit Table-Gerster ihre Ikonen des Alltags
Ihre Neigung, den banalsten Alltagserlebnissen das dramatisch Inspirierende zu entlocken, und ihre Liebe zu aller Kreatur, seien es Geschöpfe oder Artefakte, destilliert in der ebenso bescheidenen wie drastischen Selbsteinschätzung: „Krankhafte Neugier – angeborene Sammelwut – ungebändigter Gestaltungstrieb – ununterdrückbarer Bewahrdrang – angelernte Vermittlungslust.“ Treffender kann man die Obsessionen der Fotografin, Pressereferentin und Alltagsärchäologin Margit Tabel-Gerster wohl nicht skizzieren. In ihrer Work-in-Progress-Serie Fotografie und Arrangement erfindet sich MTG, so ihr Kürzel, täglich neu. Sie fotografiert, sammelt, ordnet und sortiert, näht, nagelt, schraubt, klebt, collagiert. So verarbeitet sie ihre Versatzstücke zu nicht verkäuflichem Unikatschmuck und den von ihr erfundenen Nikonen.