Ein deutscher Postorganisator (1704–1773) Zum Gedenken an seinen 300. Geburtstag
Vor 300 Jahren wurde am 21. März 1704 in Frankfurt (Main) der deutsche Postorganisator Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis geboren. Er bekleidete von 1739 bis 1773 das Amt des Generaloberstpostmeisters. Am 1. Februar 1743 übertrug ihm Kaiser Karl VII. (1697–1745; ab 1741 König von Böhmen; Kaiser seit 1742) das Prinzipalkommissariat. Mit dem Erhalt dieses Amtes übernahm Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis die Vertretung des Kaisers auf den Reichstagen, wenn dieser abwesend war. In dieser Stellung verpflichtete sich der Fürst, „im allerhöchsten kaiserlichen Namen dem Reichstage vorzustehen und all dasjenige besten Fleißes vorzunehmen, zu berathschlagen, zu verabschieden und ins Werk richten zu helfen, was die gemeine Wohlfahrt erheischt, sodann das kaiserliche Interesse zu wahren ... und das Reich vor Schaden getreulich zu warnen.“ Die Teilnahme als Prinzipalkommissar an den in Regensburg stattfindenden Reichstagen bedingte die Übersiedelung des fürstlichen Hofes von Frankfurt (Main) nach Regensburg. Noch bevor Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis den als Voraussetzung erforderlichen Besitz von „fürstenmäßigen unmittelbaren Land und Leuten“ erworben hatte, den erst sein Sohn und Nachfolger Karl Anselm von Thurn und Taxis (1733–1805; Generalpostmeister von 1773–1805) am 22. Oktober 1785 mit dem Kauf der Reichsgrafschaft Friedberg und schwäbischer Herrschaften bewirkte, wurde er in Anbetracht der „sonderbaren Verdienste, welche sich das fürstliche Haus zu Behuf des allerhöchsten kaiserlichen und des gemeinsamen Reichsdienstes und Interesses sich jederzeit zu erwerben beeifert“ am 30. Mai 1754 in das Reichsfürstenkollegium mit Sitz und Stimme aufgenommen. Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis starb am 17. März 1773 in Regensburg.