Ein ungarischer Physiker (1900–1979) Zum Gedenken an seinen 25. Todestag.
Vor 25 Jahren starb am 8. Februar 1979 in London der ungarisch-britische Physiker Dennis Gábor. Er kam am 5. Juni 1900 in Budapest zur Welt. Den ersten Fotopionieren wie beispielsweise Joseph Nicéphore Niepce (1765–1833), Louis Jacques Mandé Daguerre (1789–1851) oder William Henry Fox Talbot (1800–1877) war bereits die Herstellung der ersten, wenn auch nicht gerade lichtbeständigen, zweidimensionalen Bilder gelungen. Es dauerte jedoch noch rund 150 Jahre, bis Gábor die Holografie als ein Verfahren zum Erstellen dreidimensional wirkender Bilder mit Hilfe von Laserstrahlen erfand. Gábor absolvierte sein Studium der Physik von 1918 bis 1920 an der Technischen Hochschule Budapest und von 1921 bis 1924 an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg, wo er seine Studien als Diplomphysiker abschloss. Die dann folgende Tätigkeit als Assistent beendete er 1927 mit der Promotion zum Doktor-Ingenieur. Danach arbeitete Gábor von 1927 bis 1933 als Forschungsingenieur in Berlin bei der Firma Siemens & Halske.
Um den zu erwartenden Verfolgungen durch die nationalsozialistische Regierung zu entgehen emigrierte Gábor im Jahre 1933 nach England, wo er nach einigen Jahren die britische Staatsangehörigkeit erhielt. In der nördlich von London gelegenen kleinen Stadt Rugby arbeitete er von 1933 bis 1948 bei der Firma British Thomson-Houston Company als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Bereits 1947 begann sich Gábor mit der Umsetzung seiner Idee der Holografie zu beschäftigen. Mit kohärentem (im Gleichtakt in einer Schwingungsebene schwingendem) Licht, das er aus der Strahlung konventioneller Lichtquellen herausfilterte, beleuchtete Gábor ein zu holografierendes Objekt und nahm die reflektierten Strahlen, überlagert von mit diesen interferierenden, direkt von der Lichtquelle kommenden Referenzstrahlen, auf. Als technische Basis und somit als Quelle diente ihm herkömmlich gefiltertes Licht. Weil jedoch herkömmliche Lichtquellen allgemein zu schwaches und diffuses Licht lieferten, erwies sich bei ersten Demonstrationen im Jahre 1960 die Holografie im Gegensatz zum im gleichen Jahr demonstrierten Laser, welcher eine Verstärkung der Intensität von Lichtwellen ermöglichte, noch nicht als kommerziell nutzbar. Erst mit der Entdeckung des Laserprinzips in den 50er-Jahren eröffneten sich später für holografische Verfahren neue und vielfältige Möglichkeiten. Das Ergebnis sind raumgetreue, dreidimensionale Bilder, während die herkömmliche Fotografie nur Flächenprojektionen aufzeichnet.
1949 wechselte Gábor nach London als Hochschullehrer an die Technische Fakultät des Imperial College of Science and Technology. Im Jahre 1957 übernahm Gábor für kurze Zeit in den USA eine Tätigkeit als leitender Berater in den Laboratorien des Central Board of Science (Zentraler Wissenschaftlicher Ausschuss) in Stamford (Connecticut). Nach England zurückgekehrt berief ihn 1958 die Technische Fakultät des Imperial College of Science and Technology zum Physik-Professor für Elektronik. Die weiteren wissenschaftlichen Forschungsarbeiten Gábors galten der Erforschung von Hochgeschwindigkeits-Kathodenstrahlen im Rahmen der Kathodenstrahlen-Oszillografentechnik und deren Einfluss auf verdeckte magnetische Linsen. Gábor leistete wichtige Forschungsbeiträge zur Kommunikationstheorie und zur Informationstheorie, zur physikalischen Optik, zu Lernmaschinen, zu Plasmen, zu Gasentladungen und zur Fernsehtechnik. Dabei erwarb er mehr als 100 Patente. Seine ersten Ehrungen wurden ihm im Jahre 1956 mit der Aufnahme als Mitglied der Londoner Royal Society, der Television Society, der Institution of Physics und der Institution of Electrical Engineers sowie als Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften zuteil. Die Londoner Universität ernannte ihn 1964 zum Ehrendoktor. 1971 erhielt Gábor den Nobelpreis für seine Erfindung und Entwicklung der holografischen Methode. Er ist der Autor von einer Anzahl wissenschaftlicher Beiträge in Fachzeitschriften. Seine wichtigsten Werke sind: The Electron Microscope, 1945; Inventions Future, 1963.
Holografie (griechisch): Verfahren zur Speicherung und Wiedergabe dreidimensionaler Bilder. Ein Gegenstand wird dabei mit Laserlicht beleuchtet; die von ihm reflektierten Wellen überlagern sich mit den aus dem Laserstrahl abgezweigten Bezugswellen und ergeben auf einer Fotoplatte ein Interferenzbild (so genanntes Hologramm). Bestrahlt man dieses mit gleichartigem Laserlicht (Weißlichthologramm auch mit normalem gebündelten Licht), so erhält man ein frei im Raum schwebendes dreidimensionales (virtuelles) Bild des Gegenstandes. Plasma: Hochionisiertes elektrisch leitendes Gas.