Ein deutscher Physiker (1789–1854) Zum Gedenken an seinen 150. Todestag
Vor 150 Jahren starb am 6. Juli 1854 in München der deutsche Physiker Georg Simon Ohm. Er wurde am 16. März 1789 in Erlangen geboren. Widerstand als Forschungsgegenstand beim Untersuchen der von ihm als „galvanische Kette“ bezeichneten Stromkreise, aber auch der Widerstand seitens der Fachwelt beim Durchsetzen neuer Erkenntnisse waren für den Lebensweg von Ohm das bestimmende Element. Als Sohn eines Schlossermeisters geboren, erhielt Ohm von seinem Vater das den Schulunterricht in Mathematik und Physik ergänzende Wissen vermittelt. Infolgedessen konnte der Sechzehnjährige vorzeitig an der Universität Erlangen als Student der Mathematik, Physik und Philosophie immatrikuliert (eingeschrieben) werden. Doch die bescheidenen Mittel des Vaters erlaubten nicht die Fortführung des kostspieligen Studiums, so dass der junge Ohm 1806 sein Studium vorerst unterbrechen musste, um sich seinen Lebensunterhalt als Lehrer an einer Privatschule in der Schweiz selbst zu erwerben. Im Jahre 1811 nach Erlangen zurückgekehrt, setzte er sein Studium fort, promovierte und lehrte dann als Privatdozent in seiner Heimatstadt. Doch die unzureichenden Honorare bewogen ihn, zunächst als Lehrer an einer Realschule in Bamberg und seit 1818 an einem Gymnasium in Köln zu wirken. In Fortführung seiner bereits in Bamberg begonnenen Experimente zur Elektrizität gelangen ihm dort seine wichtigsten Entdeckungen. Noch heute muss man die Sorgfalt bewundern, mit der Ohm die meisten seiner Apparate selbst anfertigte.
Auf der Grundlage der von dem italienischen Mediziner und Physiker Luigi Galvani (1737–1798), dem italienischen Physiker Alessandro Volta (1745–1827), dem französischen Mathematiker und Physiker André-Marie Ampère (1775–1836) und dem dänischen Physiker Hans Christian Oersted (1777–1851) gewonnenen Erkenntnisse erforschte Georg Simon Ohm das noch überwiegend unbekannte Gebiet der Elektrizitätslehre. Dank seiner beharrlichen und systematischen Arbeitsweise gelang ihm beim Ergründen der Zusammenhänge zwischen den elektrischen Größen Spannung, Stromstärke und Widerstand im Jahre 1826 die Entdeckung des heute nach ihm benannten Ohmschen Gesetzes U = I R. Ein Jahr später veröffentlichte er seine Beobachtungen in dem Werk „Die galvanische Kette, mathematisch bearbeitet“ und bemühte sich in Berlin um die Verbreitung seiner Forschungsergebnisse, ohne jedoch, selbst in Fachkreisen, das erhoffte Verständnis zu finden. Enttäuscht über das Unverständnis seiner Zeitgenossen und in Geldnöten befindlich, wandte sich Ohm wieder der Lehrtätigkeit zu und folgte 1833 einem Ruf als Professor für Physik an die Nürnberger Polytechnische Schule, der er die folgenden sechs Jahre als Rektor vorstand. In der Zeit von 1840 an gelangen ihm weitere Forschungsergebnisse auf akustischem Gebiet, indem er unter anderem die Zerlegung eines Tones in Grund- und Obertöne mit Hilfe der Fourierschen Analyse nachwies. Die von Ohm gewonnenen akustischen Erkenntnisse wurden später von dem deutschen Physiologen und Physiker Hermann von Helmholtz (1821–1894) fortgeführt. Erst nachdem ihm 1841 in London von der Royal Society die Copley-Medaille verliehen worden war, entschloss man sich endlich auch in Deutschland, Ohms Verdienste anzuerkennen. Als man Ohm 1849 zum Professor für Mathematik und Physik an die Münchener Universität berufen und zum Ministerialreferenten für die Telegrafenverwaltung in Bayern ernannt hatte, verblieben ihm nur noch fünf Jahre, in denen er ohne materielle Sorgen seiner wissenschaftlichen Arbeit nachgehen konnte. Ohms wissenschaftliche Leistungen erfuhren eine bleibende internationale Würdigung, indem 1893 der in Chicago tagende Internationale Elektrische Kongress beschloss, für den elektrischen Widerstand (R) die Einheit Ohm (W) festzulegen.