Ein deutscher Hochfrequenztechniker (1879–1959) Zum Gedenken an seinen 125. Geburtstag
Vor 125 Jahren wurde am 26. November 1879 in Schlawe/Pommern (Slawno/Polen) der deutsche Hochfrequenztechniker Hans Bredow geboren. Anfang des 20. ahrhunderts entstand als neues Massenmedium der Rundfunk. Sowohl in Form des Hör- als auch des Fernsehrundfunks spielt er bekanntlich als eines der meistgenutzten Kommunikationsmittel im heutigen Leben eine entscheidende Rolle. Um die Einführung des Rundfunks in Deutschland machte sich vor allem Hans Bredow verdient. In Pommern geboren besuchte Bredow später das Realgymnasium in Rendsburg. Dem schloss sich eine für seine spätere Tätigkeit als sehr nützlich erweisende Lehre in einem Elektroberuf an. Danach nahm er ein Studium an der Universität Kiel auf. Seine elektrotechnischen Studien setzte er am Friedrichs-Polytechnikum in Köthen (Sachsen-Anhalt) fort. Bredow begann 1903 seine technische Laufbahn als Projektierungsingenieur bei der AEG in Berlin, die ihn ein Jahr später in ihre im Jahre 1903 gemeinsam mit der Siemens A. G. gegründete Tochtergesellschaft Telefunken übernahm. Bei dieser Firma verblieb er bis 1919. Die Telefunken-Gesellschaft ernannte ihn bereits 1908 zum technischen Direktor. In dieser Funktion begann er im gleichen Jahr mit dem Aufbau des deutschen Schiffs- und Überseefunkdienstes, organisierte 1913 den Transatlantik-Funkverkehr zwischen Deutschland und den USA und förderte den Ausbau der Großfunkstation Nauen. Ebenfalls noch 1913 führte Bredow in den USA erstmals mehrere drahtlose Musikübertragungen vor. Im Auftrag seiner Firma beteiligte sich Bredow an den Röhrensenderversuchen des Telefunken-Mitarbeiters Alexander Meißner (1883–1958). Diese Versuche führten beide Techniker während des Ersten Weltkrieges an der Westfront durch. Nach Kriegsende wechselte Bredow im Jahre 1919 Reichspostministerium. In seiner Eigenschaft als Ministerialdirektor begann er sogleich mit der Errichtung eines „Reichsfunknetzes“. Erstmals in Deutschland sprach Bredow im November 1919 während eines Vortrages über die Möglichkeiten eines „Rundfunks“, dessen Wortprägung von ihm ausging.
Seit 1921 zum Staatssekretär für das Telegrafen-, Fernsprech- und Funkwesen ernannt begann er mit der Organisation des Rundfunks. Dank Bredows Wirken erfuhr der Rundfunk eine zielstrebige Förderung. Dass Bredow die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllte, bewiesen seine 1926 erfolgten Berufungen zum „Reichs-Rundfunk-Kommissar“ und zum Vorstandsvorsitzenden der am 15. Mai 1925 gegründeten „Reichs-Rundfunk-Gesellschaft m. b. H.“ (RRG). Aufgrund seiner demokratischen Haltung nahm Bredow 1933 unerschrocken gegen die Unterdrückungsmaßnahmen der nationalsozialistischen Führungskräfte , die sich gegen leitende Rundfunkangestellte richteten, Stellung. Diese mutige Haltung quittierten ihm die neuen Machthaber trotz seiner großen Verdienste, die er sich bei der Entwicklung des deutschen Funkwesens erworben hatte, unter einem erlogenen Vorwand mit 15 Monaten Haft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Bredow vorübergehend Regierungspräsident in Wiesbaden und übernahm später Funktionen im Hessischen Rundfunk. Bis zu seinem Lebensende fungierte er mehrfach als Aufsichtsratsvorsitzender. In Würdigung seiner rundfunktechnischen Verdienste zum Ehrendoktor der Technischen Hochschule Danzig (Gdánsk) ernannt, als Ehrensenator der Technischen Hochschulen Berlin, Dresden, Stuttgart, Karlsruhe und der Technischen Akademie Köthen geehrt, sowie mit der Goldenen Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Medaille der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der Preußischen Staatsmedaille ausgezeichnet, verstarb Hans Bredow am 9. Januar 1959 in Wiesbaden.