DGPT - Deutsche Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte E.V.

Gedankenspiele

Wer kennt seinen Namen?

von Apt
S. 113

Er hat es in seinem Leben weit gebracht. Der Sohn eines Schlossers und Bürgermeisters wuchs in einem beschaulichen fränkischen Städtchen auf, wo er die Volksschule besuchte und das Elektrohandwerk erlernte. Auf den Arbeitsdienst in den 1930er-Jahren folgten Wehrdienst und Soldatenzeit. Noch vor Ende des Krieges konnte er ein Studium der Elektrotechnik abschließen, um gleich 1945 den väterlichen Schlossereibetrieb zu übernehmen.

Für seine Partei, die er mitbegründete, übte er verschiedene Funktionen aus, die ihn schon in jungen Jahren in höchste Gremien, Ausschüsse und bis nach Bonn führten, wo er mehr als 40 Jahre lang tätig sein sollte. Bereits in der Anfangszeit kam er in Berührung mit dem Post- und Telegrafenwesen und stieß dabei vielbeachtete Reformen an. Um sie den Menschen besser zu vermitteln, wurden jetzt aufwendige Werbekampagnen gestartet. In einem Fall zierte ein Plakat ein liebevoll gebundener Blumenstrauß. Das Motiv wurde zu einem unverwechselbaren Symbol der damaligen Zeit. Während er sich selbst als energisch bezeichnete, sahen Kollegen in ihm einen eher gutmütigen und jovialen Menschen, der gar zu einer gewissen Biederkeit neige. Doch war er dank seines fränkischen Frohsinns stets beliebt und konnte allenthalben auf Unterstützung hoffen. Nicht von ungefähr wurde er nach einigen Jahren zum Präsidenten des politischen Gremiums gewählt, dem er von Anfang an angehörte.

Ungezählte Ehrungen wurden ihm im Laufe der Zeit zuteil. Die Republik, seine Heimat, aber auch nahe und ferne Länder zeichneten ihn für seine Verdienste aus. Auch nicht zufällig erhielt er den Karnevalsorden „Wider den tierischen Ernst“ und natürlich war er Ehrenmitglied des Deutschen Handwerks. Dass er den Präsidentenstuhl gelegentlich zu räumen und sich mit einer Vertreterposition zu begnügen hatte, war den Strategen unter seinen Kollegen zu danken. Ihn selbst muss der Beschluss heftig geschmerzt haben. Er akzeptierte ihn nur widerwillig. Doch blieb sein Ruhm zeitlebens ungebrochen. Nicht zuletzt trug dazu eine bemerkenswerte Episode bei: Als er noch präsidierte, wurde er von einem Mitglied des Hauses in aller Öffentlichkeit einmal aufs Derbste beschimpft.

Wir fragen: Wer kennt seinen Namen?

Schicken Sie Ihre Antwort bitte bis 2. Januar 2010 an die Geschäftsstelle der DGPT. Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir ein Überraschungspaket mit kulinarischen und kulturellen Delikatessen.

Auflösung aus Heft 3/2009

Mitten im Dreißigjährigen Krieg starb Leonhard II. von Taxis (1594–1628), dessen Witwe bis zur Amtsübernahme des gemeinsamen Sohnes Lamoral Claudius Franz im Jahr 1646 die Geschäfte des Hauses führte. Ihr Name: Alexandrine von Taxis, geborene de Rye, Comtesse de Varax (getauft 1. August 1589 in Brüssel – 26. Dezember 1666).