Anfang Januar erschien die Wohlfahrtsmarkenserie „Obst“ mit den Motiven Apfel, Zitrone, Erdbeere und Heidelbeere, die nicht nur ein Augenschmaus ist, sondern, und das dürfte die Serie zu einem begehrten Sammlerstück machen, auch einen süßen Duft verströmt. Es ist eine Premiere in Deutschland, aber nichts ganz Neues für Freunde sinnlicher Briefmarken, aus deren Alben es nach Schweizer Schokolade, nach Blüten von Südseeinseln, nach neukaledonischem Kaffee und – eine brasilianische Marke will so zum Verhüten von Waldbränden ermahnen − nach verbranntem Holz riecht.
Und man kann getrost davon ausgehen, dass auch die Briefmarkengummierung mit Braten- oder Puddinggeschmack bereits intensiv diskutiert wurde. In der Werbung ist das Spiel mit Duftnoten auf Papier schon lange bekannt, denn schließlich ist der Geruchssinn der, der sich verlockender Angebote am wenigsten erwehren kann. Duftmarketing nennt sich der gezielte Einsatz von Chemikalien, die die Verweildauer und Kauflust der Kunden im Laden merklich steigern. Und je mehr Sinne ein Produkt anspricht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde zugreift, sich vermeintlich „aus dem Bauch heraus“ zum Kauf entschließt. „Gedruckte Sinnlichkeit“ ist das Motto, unter dem besondere Lacke und Folien für das Auge, fühlbare Beschichtungen und Prägungen, ein besonderer Sound beim Rascheln und Blättern von Papier und verschiedene Duftstoffe den Umgang mit Gedrucktem reizvoller machen.
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