Inh.: Der Fuhrpark der Deutschen Post der DDR, 36 Abb., Lit.-Verz.
Anders als in den westlichen Besatzungszonen demontierten die sowjetischen Besatzer alles, was noch irgendwie verwendungsfähig schien. Ob man es dann in der Sowjetunion tatsächlich auch gebrauchen konnte, war zumeist gleichgültig. Auf diese Weise verschwanden unter anderem die nicht zerstörten Reste des Opelwerkes in Brandenburg und die Vomag-Fertigungsanlagen in Plauen gänzlich von der Landkarte. In Eisenach gelang es, den sowjetischen Offizieren klarzumachen, dass diese schneller an benötigte Militärlimousinen kommen würden, wenn sie die Produktion im ehemaligen BMW-Werk vor Ort beließen, als erfolglos auf Lieferungen aus der Sowjetunion zu setzen. Auf diese Weise verblieb das Werk, betrieben durch die sowjetische Aktiengesellschaft Awtowelo, erhalten.
Zunächst wurden Haushaltsgegenstände und Handwagen hergestellt, dann auch Mororräder und bereits im Oktober 1945 der erste BWM 321, ein unveränderter Vorkriegtyp. Aus dem BMW 326 abgeleitet entstand 1949 die EMW 340-2-Limousine. Die Eisenacher Motoren Werke mit weiß-rotem Markenzeichen hatten die blau-weiße BMW-Vergangenheit abgelöst und waren als Volkseigener Betrieb (VEB) wie alle anderen Betriebe auch in die „IFA-Vereinigung Volkseigener Fahrzeugwerke“ eingegliedert worden.
Mit dem Anfang der 1950er-Jahre gefertigten EMW 340-3 Kastenlieferwagen erhielt auch die Deutsche Post erstmals wieder „Neufahrzeuge“. Auch der gegenüber der Vorkriegszeit nahezu unveränderte DKW Kastenlieferwagen, nunmehr von der IFA Fahrzeugbau Chemnitz hergestellt, hielt als Typ IFA F 8 in dieser Zeit Einzug in den Fuhrpark der Deutschen Post. Der Karosserieaufbau bestand weiterhin aus Holz, meist Buche; Stahlkarosserien bildeten aus Fertigungs- und vor allem Versorgungsgründen eher die Ausnahme.
Von der Sowjetischen Militäradministration war der Deutschen Post 1945 aufgetragen worden, die Personenbeförderung nur noch im Gelegenheitsverkehr zu betreiben. Dennoch dauerte es bis 1953, bis die letzten 124 Kraftomnibusse der Post an die Generaldirektion Kraftverkehr abgegeben wurden. Da die VEB im ländlichen Bereich noch keinen Linienbetrieb gewährleisten konnten, übernahmen die Landkraftpostwagen die Personenbeförderung wie gehabt und beförderten 1962 immerhin noch 1,28 Millionen Reisende, 1952 waren es durch die Kraftpostbusse auf rund 2500 Kilometern Länge noch 14,8 Millionen Reisende gewesen. Erst in den 1980er-Jahren wurde die Personenbeförderung auf Landpostlinien endgültig eingestellt. (...)